DMI - Dynamic Movement Intervention
Die dynamische Bewegungsintervention (DMI) ist eine therapeutische Technik aus der Physio- und Ergotherapie zur Behandlung von Kindern mit motorischen Entwicklungsverzögerungen. Sie verbessert automatische Haltungsreaktionen und fördert die Entwicklung von Meilensteinen. Ziel der DMI ist es, beim Kind durch vom Therapeuten festgelegte dynamische Übungen eine spezifische aktive motorische Reaktion hervorzurufen. Diese umfassende Intervention integriert aktuelle Forschungsergebnisse der Neurorehabilitation sowie neue Technologien und Methoden. DMI stimuliert die Neuroplastizität, um die Bildung neuer neuronaler Verbindungen und die Entwicklung motorischer Meilensteine zu unterstützen.

Für wen ist DMI geeignet?
Unabhängig vom kognitiven Entwicklungsstand und dem Ausmaß neurologischer Defizite oder Schädigungen profitieren betroffene Kinder von der DMI-Motorikintervention, da sie die Neuroplastizität im sich entwickelnden Gehirn anregt. Kinder mit jeglicher Art von motorischer Entwicklungsverzögerung, einschließlich Erkrankungen wie Down-Syndrom, Zerebralparese, globaler Entwicklungsverzögerung, Muskelhypotonie, Chromosomenanomalien/genetischen Störungen, Rückenmarksläsionen oder erworbenen Hirnverletzungen, können von dieser Therapieform profitieren. Auch Risikokinder, wie z. B. Frühgeborene, können von dieser Therapie profitieren, da sie starke neuroplastische Veränderungen im sich entwickelnden Gehirn anregt.

Was passiert bei der DMI-Therapie?
Nach einer kurzen Beurteilung identifiziert der Therapeut die Defizite des Kindes, die die Grundlage für die Behandlung bilden. Die Übungen umfassen Bewegungen gegen die Schwerkraft, zunehmend anspruchsvollere Unterstützung, die Anregung erwünschter Bewegungen sowie Übungen zur Verbesserung von Haltung und Kraft.
Während einer Therapiesitzung absolviert das Kind viele verschiedene Übungen, die neue und abwechslungsreiche sensorische und motorische Herausforderungen bieten. Die DMI-Therapie lässt sich gut mit anderen therapeutischen Techniken und Geräten kombinieren. Diese werden häufig in einer Therapiesitzung eingesetzt, um eine bessere Ausrichtung zu erreichen und optimale Ergebnisse zu erzielen.

DMI konzentriert sich auf:
1. Grobmotorik – Verbesserung der Grobmotorik von Geburt an durch die Entwicklung automatisierter Bewegungsabläufe.
2. Ausrichtung und Haltungskontrolle – Alle Übungen zielen auf eine optimale anatomische Ausrichtung ab und fördern Haltungskontrolle und eine aufrechte Körperhaltung.
3. Bewegungsradius – Der Bewegungsradius von Muskeln und Gelenken wird durch Bewegung (dynamisches und funktionelles Dehnen) verbessert.
4. Gleichgewicht – Ein verbessertes Gleichgewicht ist ein zentrales Element der meisten DMI-Übungen.
5. Funktionelle Bewegungen – Verbesserung von Aktionen und Fähigkeiten, die zum Erreichen von Meilensteinen wie Rollen, Sitzen, Stehen und Gehen führen.
6. Somatosensorische Entwicklung – Die durch die Übungen vermittelten intensiven sensorischen Informationen senden afferente Signale an das Gehirn, um spezialisierte Synapsen zu bilden, die Gleichgewicht, Muskelkontrolle und Bewegung feinabstimmen.
7. Muskeltonuskorrektur, Anpassung frühkindlicher Reflexe und Korrektur abnormer Bewegungsmuster – DMI zielt darauf ab, Kindern mit neurologischen Funktionsstörungen normale Bewegungsmuster zu vermitteln, um die Integration störender frühkindlicher Reflexe zu unterstützen.
